Unsere Forderungen für Kassel

Der Radentscheid Kassel fordert die Stadt Kassel auf, die Radverkehrs-Infrastruktur schneller als bisher auszubauen.

Wir haben acht Forderungen erarbeitet, für die bis zum 31.10.2018 unterschrieben werden konnte.


Anmerkung: Die orange gefärbten Textabschnitte sind zusätzliche Erläuterungen unserer Ziele.

Sie sind nicht Bestandteil unserer Forderungen im Rahmen des Bürgerbegehrens.

Weitere Erläuterungen findest Du auch in unserem Beiheft.


1. Planungen nach aktuellem Stand der Technik


Unsere Forderung: Alle Planungen und baulichen Maßnahmen in Verantwortlichkeit der Stadt Kassel haben sich für den Radverkehr an die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) und für den Fußverkehr an die Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen (EFA) in der jeweils gültigen Fassung zu halten. Als Mindestmaße sind die in den Regelwerken genannten Regelbreiten zzgl. der jeweiligen Sicherheitstrennstreifen zu verwenden. Die Flächenbedürfnisse des Fuß- und Radverkehrs sind bei der Abwägung von möglichen zulässigen baulichen Varianten verstärkt zu berücksichtigen.

 

Erläuterung: Wir möchten, dass die Flächenbedürfnisse von Radfahrer*innen in den zukünftigen Planungen verstärkt berücksichtigt und ausreichend breite Radwege gebaut werden. Hier nehmen wir Bezug auf die "Empfehlungen für Radverkehrsanlagen", in der je nach Straßensituation die bauliche Ausführung beschrieben wird.

2. Kontinuierliche Führung des Radverkehrs


Unsere Forderung: Die Stadt Kassel ist im Rahmen ihrer Baulast dafür verantwortlich, dem Radverkehr möglichst durchgängige Radrouten mit kontinuierlichen Führungsformen anzubieten. Sofern der Radverkehr auf Gehwegniveau geführt wird, muss dieser baulich vom Fußverkehr getrennt werden, z.B. durch einen Versatz in der Höhe oder taktil erfassbare Elemente. Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr sind zu vermeiden. Bestehende Infrastrukturen, die diesem Grundsatz nicht entsprechen, werden schrittweise angepasst. Im Besonderen:

  • Gemeinsamer Geh- und Radweg (Z 240 StVO)
  • Gehweg, Radfahrer frei (Z 239 StVO + ZZ 1022-10)
  • nicht benutzungspflichtige Radwege auf Gehwegen.

Davon können Wege ausgenommen werden, die nicht an Straßen entlang führen.

 

Erläuterung: Wir möchten, dass gemeinsam genutzte Verkehrs-Flächen mit Konfliktpotenzial schrittweise abgebaut werden und der Radverkehr zukünftig durchgängige Routen erhält. Wichtig ist uns vor allem die Entflechtung der verschiedenen Verkehrsarten sowie die einheitliche Wegführung.

3. Sichere und komfortable Radverkehrsanlagen an Hauptverkehrsstraßen


Unsere Forderung: Die Stadt Kassel schafft entlang von Hauptverkehrsstraßen in ihrer Baulast pro Jahr mindestens 3 km neue Radverkehrsanlagen in beiden Fahrtrichtungen. Dabei werden zwei Knotenpunkte möglichst lückenlos miteinander verbunden. Die Radverkehrsanlagen sind mit kontinuierlicher Führungsform, vorzugsweise auf Fahrbahnniveau und nicht zu Lasten der Flächen von Fußgänger*innen oder des ÖPNV, anzulegen. Sie müssen in der Regel durch ein bauliches Element von der Fahrbahn so abgetrennt werden, dass missbräuchliches Befahren, Halten und Parken von Kfz ausgeschlossen ist. Die Radverkehrsanlagen sind mit einem ebenen und dauerhaft gut befahrbaren Belag zu versehen, der sich durchgängig in einheitlicher Farbe von angrenzenden Flächen visuell absetzt.

 

Erläuterung: Wir möchten dem Radverkehr an Hauptverkehrstraßen mehr Raum geben. Dort sollen pro Jahr 3 Kilometer neue Radverkehrsanlagen geschaffen werden, die sich vom KFZ- sowie vom Fussverkehr eindeutig abgrenzen.

4. Nebenstraßen als komfortable durchgängige Routen


Unsere Forderung: Die Stadt Kassel gestaltet jährlich mindestens 5 km Nebenstraßen so um, dass diese für den Radverkehr attraktiver werden. Die Straßen sollen schnell und komfortabel befahrbar sein, möglichst zu durchgängigen Radrouten verbunden werden und öffentliche Einrichtungen, Geschäftsbereiche und Wohnquartiere miteinander verbinden. Die Straßen sollen folgende Anforderungen erfüllen:

• Sie müssen einheitlich und gut erkennbar gestaltet sein.

• Der Kfz-Durchgangsverkehr muss baulich (z.B. mittels Fahrbahnverengungen) eingeschränkt werden

 

Erläuterung: Wir möchten das für uns Fahrradfahrer so wichtige Nebenstraßennetz fahrradfreundlicher und sicherer gestalten, indem durchgängige, einheitliche und gut erkennbare Routen geschaffen werden.

5. Attraktive und sichere Nebenstraßen im Umkreis von Schulen und Kindergärten


Unsere Forderung: Die Stadt Kassel setzt im Umkreis von 500 m um Schulen und Kindergärten jährlich mindestens 8 Maßnahmen im Nebenstraßennetz um, damit dieses für alle Nutzer*innen, insbesondere für Kinder, sicherer begehbar und mit dem Rad befahrbar wird. Maßnahmen sind u.a.:

• Baulich angelegte Querungsanlagen für den Fuß- und Radverkehr

• Bauliche Verkehrsberuhigungen

• Gehwegaufpflasterungen

 

Erläuterung: Damit auch jüngere Verkehrsteilnehmer*innen auf Ihrem Weg zur Schule oder zum Kindergarten sicher und angstfrei radfahren können, sollen im Umkreis von Schulen und Kindergärten entsprechende bauliche Maßnahmen für Sicherheit sorgen.

6. Sichere und komfortable Kreuzungen für Fuß- und Radverkehr


Unsere Forderung: Die Stadt Kassel gestaltet pro Jahr mindestens 3 durch Lichtsignalanlagen (LSA, „Ampeln“) geregelte Kreuzungen in ihrer Baulast so um, dass diese für den Fuß- und Radverkehr sicherer werden. Dabei sollen Fuß- und Radverkehr stets im frontalen Sichtbereich des Kraftverkehrs geführt werden. Dazu gehört mindestens die Anlage von vorgezogenen Seitenräumen für den Fußverkehr sowie von aufgeweiteten Radaufstellstreifen (ARAS) für den Radverkehr. Fußgängerampeln schalten auch ohne Tastendruck auf grün. Die Knotenpunkte sind mit eigenen LSA für den Radverkehr auszustatten und mit einem Zeitvorsprung gegenüber dem Kraftverkehr für die Freigabezeiten des Radverkehrs zu schalten. Zur komfortablen Grünzeitanforderung sollen vermehrt Induktionsschleifen eingebaut werden.

 

Erläuterung: Die meisten für Radfahrer tödlichen Unfälle passieren an Kreuzungen. Hier soll durch bauliche Maßnahmen die Sichtbarkeit der Radfahrer*innen erhöht und durch geeignete Ampelschaltungen eine komfortable und sichere Querung ermöglicht werden.

7. Mehr Abstellanlagen für Fahrräder


Unsere Forderung: Die Stadt Kassel errichtet mindestens 1.000 zusätzliche Abstellplätze für Fahrräder pro Jahr. Die Abstellplätze sollen entsprechend der aktuellen Vorgaben der „Hinweise zum Fahrradparken“ der FGSV (Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen) in der gültigen Fassung ausgeführt sein. Die Abstellplätze sind am Bedarf auszurichten (z.B. Geschäftsstraßen, ÖPNV-Haltestellen, Wohnquartiere) und dürfen nicht zu Lasten des Fußverkehrs angelegt werden. Je nach räumlicher Möglichkeit und Nutzer*innengruppen sollen Abstellplätze überdacht und mit Ladestationen sowie Druckluftstationen ausgestattet werden

 

Erläuterung: Wir möchten Fahrräder überall wo es nötig ist (Wohnquartiere, Geschäftsstraßen, Bahnhöfe und ÖPNV) sicher abstellen können und fordern deshalb mehr Abstellplätze im Stadtgebiet.

8. Kampagnen zur besseren Akzeptanz des Radverkehrs


Unsere Forderung: Die Stadt Kassel soll jährlich professionelle Kampagnen durchführen, um die Stadtbevölkerung für das Thema Radverkehr zu sensibilisieren und dessen Akzeptanz zu stärken. Themen sollen u.a. sein:

• Gegenseitige Rücksichtnahme im Verkehr

• Rechte und Pflichten von Radfahrer*innen und Autofahrer*innen

• Regelungen für Kinder und Begleitpersonen

• Vorteile des Radfahrens

Die erste Kampagne startet innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Bürgerbegehrens.

 

Erläuterung: Wir möchten einen respektvollen Umgang zwischen den Verkehrsteilnehmer*innen fördern und mehr Menschen ermutigen das Rad zu nutzen. Die Stadt soll dafür geeignete Kampagnen in die Wege leiten.

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